Fortbildung auf Island: Zurück zu den Wurzeln14. Oktober 2016. Es gibt viele modernen Methoden, kranke Zähne zu erhalten oder zu ersetzen. Nur, was hat wirklich funktioniert? Wie zuverlässig kann ein Behandlungserfolg vorhergesagt werden? Mit diesen Fragen setzte sich der einwöchige Fortbildungskurs "Icelandic week" in Reykjavik (Island) auseinander, an dem Dr. Jörn Piehl teilnahm. Namhafte Referenten aus der Schweiz und aus Island vermittelten neueste Erkenntnisse, die auf der zahnmedizinischen Forschung der letzten zehn Jahre basieren.
Mit rund 40 Teilnehmern aus sechs Ländern (Dr. Piehl vertrat als einziger Deutschland) wurde der Teilnehmerkreis bewusst klein gehalten. Präsentationen, Gruppenarbeit, Diskussionen und praktische Übungen trainierten die berufserfahrenen Mediziner auf hohem Niveau. "Interessant war die unterschiedliche Herangehensweise, um ein Therapiekonzept festzulegen: der Zustand des Kieferknochens und der Zähne einerseits, aber auch die Erfüllung des Patientenwunsches sowie das Budget, die Zeit und die fast nur in Deutschland gestellte Frage: Was zahlt denn die Kasse?", erzählt Dr. Piehl. " Selten bin ich mit so vielen Eindrücken von einer Fortbildung heimgekehrt und selten hat eine Fortbildung so lange nachgeklungen. Man muss sich immer wieder neu ins Gedächtnis rufen: Was ist machbar? Was geht gar nicht?"
Foto: privat
Mundgesundheit für Senioren21. Juli 2016. Deutschlands Bevölkerung schrumpft nicht nur, sie wird auch immer älter. Die Städte wachsen, der ländliche Raum verliert insbesondere seine jüngeren Bewohner und seine Infrastruktur. Damit steigt auf dem Land das Risiko der zahnärztlichen Unterversorgung. Lösungsansätze für eine flächendeckende gesundheitliche Versorgung sind gefragt. Dies ist jedoch nur ein Aspekt der Problematik der zahnärztlichen Versorgung bei älteren und alten Menschen.
Die Zahn- und Mundgesundheit hat einen großen Einfluss auf das Wohlbefinden und die Lebensqualität. Mit steigendem Alter nutzen sich Zähne durch Kauen oder Knirschen ab, aber auch durch säurehaltige Speisen und Getränke. Nach und nach wird der Zahnschmelz dünner und die Zähne anfälliger (dentale Erosion oder Zahnschmelzerosion).
Parodontitis und Zahnfleischentzündungen kommen bei Senioren sehr häufig vor und betreffen gleichermaßen Frauen wie Männer. Eine Zahnfleischentzündung oder Wurzelkaries kann sich zu einer Parodontal-Erkrankung (Parodontose) entwickeln, wenn sie nicht kontrolliert wird; und diese kann in der Folge zum Zahnverlust führen. Insbesondere Plaque-Bakterien im Zahnbelag, Rauchen oder chronische Erkrankungszustände wie Diabetes, führen zur Parodontose. "Von daher ist neben der täglichen und richtigen Zahnpflege zu Hause eine professionelle und gründliche Zahnreinigung in regelmäßigen Abständen wichtig, damit sich die Plaque-Bakterien erst gar nicht festsetzen können", so Dr. Jörn Piehl.
Ältere und alte Menschen leiden zudem oft an Mundtrockenheit. Verschiedene Krankheitsbilder oder Medikamente können zur Verringerung des Speichelflusses führen. Speichel spielt aber eine entscheidende Rolle bei der Vermeidung von Karies und Zahnfleischentzündung. Seine antibakteriellen Eigenschaften reduzieren das Bakterienwachstum, er reguliert den pH-Wert im Mund und hilft damit, den Einfluss von Säuren auf die Zähne zu verringern, und die in ihm enthaltenen Ionen tragen zur Remineralisierung der Zahnoberfläche nach einem Säureangriff bei. Dr. Piehl: " Es gibt zunächst mal einfache Möglichkeiten, die Speichelproduktion anzuregen, wie zum Beispiel zuckerfreie Kaugummi kauen oder zuckerfreie Süßigkeiten lutschen, regelmäßig Wasser trinken oder – besonders erfrischend im Sommer - kleine Eisstücke lutschen!"
Eine regelmäßige und umfassende Mundhygiene wird daher für Senioren immer wichtiger. Wenn motorische und kognitive Fähigkeiten im Alter nachlassen, sind Senioren auf die professionelle Unterstützung von Angehörigen und/oder des Pflegepersonals angewiesen – und natürlich auf die Fachleute in den Zahnarztpraxen.
Foto: proDente e.V.
Interview mit Niels Brabänder
10. Juli 2016
Herr Brabänder, Sie sind seit genau einem Jahr in der Praxis Dr. Piehl tätig. Einjähriges! Was sagen Sie dazu?
Ja, super, sag´ ich da! (lacht) Ein offenes und freundliches Team hat mich sehr nett aufgenommen. Das hat mich wirklich gefreut! Ich fühle mich wohl in der Praxis und im Praxisalltag und das ist wichtig, wenn man so viel Zeit miteinander verbringt. Ich habe Spaß an und bei der Arbeit!
Sie kommen aus Aachen. Was hat Sie von Nordrhein-Westfalen nach Mannheim gelockt?
Eigentlich komme ich aus Münster und bin in Freiburg geboren. Da war ich aber nicht lange. Nach Mannheim hat mich die Liebe verschlagen, denn meine Lebensgefährtin kommt von hier. Nach zwei Jahren Fernbeziehung habe ich meine Praxis in Aachen aufgegeben und bin hierher gezogen. Jetzt wohnen wir glücklich zusammen in Käfertal.
Gefällt Ihnen die Rhein-Neckar-Region? Was vermissen Sie am meisten? Was gefällt Ihnen besonders?
Ich finde es toll hier! Mannheim ist generell sehr günstig gelegen. Wir sind schnell im Grünen und gehen gern wandern. Ich bin eh begeistert von allen Freizeitaktivitäten, die draußen vonstattengehen. Bogenschießen, Skifahren, ab und an Tauchen, alles was jahreszeitmäßig passt. Ich liebe die Pfalz als Weinregion und die kulinarischen Spezialitäten. Zudem lebe ich jetzt näher am Elsass, wo ich Freunde habe, die wir oft besuchen. Ein Stadtmensch bin ich also nicht. (lacht). Ich vermisse jedoch viele meiner Freunde im Rheinland und liebgewonnene Patienten meiner ehemaligen Praxis. Aber ich gehe hier nicht wieder weg, ich bleibe!
Wo liegen Ihre zahnfachärztlichen Behandlungsschwerpunkte in der Praxis?
Ganz klar in der Implantologie, der vollkeramischen Restauration und der Wurzelkanalbehandlung. Die Implantologie zum Beispiel ist sehr vielschichtig. Da gehört die Chirurgie ebenso dazu wie die Prothetik sowie eine langfristige und umfassende Behandlungsplanung. Mindestens die Hälfte der zahnärztlichen Arbeit ist Psychologie, insbesondere bei Angstpatienten, die andere Hälfte ist solides Handwerk.
Sie haben mehr als 25 Jahre Berufserfahrung. Was gefällt Ihnen an Ihrem "Job"?
Es sind zwar nur fast 24 Jahre, aber es fehlt nicht mehr viel zu den 25. Eine Freude ist es, Patienten den Zahnschmerz nehmen zu können und ihnen ein Lächeln auf das Gesicht zu zaubern. Ein hohes Maß an Vorhersagesicherheit führt bei der Therapie in den allermeisten Fällen zum Erfolg. Zahnarzt und Patient freuen sich über eine gelungene Behandlung. Ich bin ein handwerklich orientierter Mensch und in allem, womit man sich lange und intensiv beschäftigt, wird man gut. Wenn man nicht gefordert wird und sich selbst auch nicht fordert, endet es in Routine und Frustration.
Welche Ziele haben Sie sich beruflich kurzfristig, mittelfristig gesteckt?
Weiterhin immer besser werden, in dem was man tut, damit ich weiterhin gerne mit Freude meinen Beruf ausübe. Auch im zahnärztlichen Bereich gibt es durch neue Materialien und Behandlungsmethoden ständig neue und spannende Herausforderungen. Alles weitere wird man sehen.
Nächtlicher Albtraum für die Zähne21. Mai 2016. In vielen Sinnsprüchen und deren Auswirkungen liegt oft ein Körnchen Wahrheit. Menschen, die tagsüber vieles oft nicht aus- oder ansprechen und einfach nur die "Zähne zusammenbeißen", machen dies meist auch nachts und kompensieren durch Zähneknirschen ihre Probleme. Gar nicht gut für die Zähne! "Durch das Knirschen schleift man die Zähne richtiggehend ab und überlastet die Kiefergelenke ungemein" so Dr. Piehl.
"Kiefer-, Kopf- und Nackenschmerzen, teils bis in den Rücken, können die Folge sein, mal abgesehen vom Schaden, den die Zähne selbst nehmen. Der Zahnschmelz wird abgeschliffen, dadurch wird der Zahn durch Bakterien leichter angreifbar und reagiert schmerzhaft auf Heißes, Kaltes, Süßes oder Saures. "Ursachen des nächtlichen Malmens und Knirschens sind meist verdrängte Aggressionen, Ärger, Sorgen, Trauer oder Stress. In eher seltenen Fällen können auch schlecht sitzende Füllungen, Kronen, Brücken oder Prothesen oder eine kieferorthopädische Fehlstellung verantwortlich sein.
Wenn morgens die Kaumuskeln schmerzen, der Kiefer knackt oder der Partner von nächtlichen, oft erschreckend lauten Mahlgeräuschen berichtet, sollte man auf alle Fälle aktiv werden und seinen Zahnarzt darauf ansprechen, denn die akute Lösung heißt "Knirscherschiene". "Mit einer individuell angepassten Aufbissschiene aus Kunststoff werden die Zahnreihen auf Abstand gehalten, die Zähne vor weiterem Schaden bewahrt und die Muskulatur entlastet", so Dr. Piehl. "Allein durch das Pressen kann ein Druck von 150 Kilogramm auf die Zähne entstehen." Die eigentlichen Ursachen müssen parallel, zum Beispiel durch Entspannungstrainings oder psychologische Beratung, behandelt werden. Damit die Knirscherschiene passt, wird zunächst ein Abdruck des Gebisses angefertigt und darauf eine warme Kunststoff-Platte gelegt, die sich der Vorlage anpasst. Nach Erkalten entsteht ein individueller Knirscherschutz, der auch ein seitliches Verschieben von Unter- und Oberkiefer verhindert. Wärme, Massage und gymnastische Übungen helfen, die verspannte Kiefermuskulatur zu lockern.
"Besonders betroffen", so Dr. Piehl weiter, "sind Frauen zwischen 30 und 45 Jahren, sie machen rund 80 Prozent der nächtlichen Knirscher aus. Mindestens ein Drittel aller Erwachsenen knirscht im Laufe des Lebens zeitweise mit den Zähnen."
Lustige Schulstunde:
Vom Backenzahn zum Löwenzahn
19. März 2016. Gut über eine halbe Stunde Fußweg (einfache Strecke) nahmen Kinder der 1. und 2. Klasse der Pestalozzischule aus Edingen auf sich, um in der Zahnarztpraxis Dr. Piehl in Friedrichsfeld einen Zahnarztbesuch der besonderen Art zu erleben. Sie zumeist sieben- bis achtjährigen Schülerinnen und Schüler durften die Praxis inspizieren, Zahnarzt-Instrumente aus nächster Nähe betrachten und sich in den Behandlungsstuhl setzen. Bei der Fragerunde von Praxischef Dr. Piehl, was die Kinder denn bereits über Zähne wissen und welche Zähne sie mit Namen benennen konnten, flogen die Arme in die Luft und neben Schneide-, Backen- und Eckzähnen wurden zur allgemeinen Erheiterung auch lustige Antworten wie "Mahlzahn" (Drache bei Jim Knopf) und die Pflanze "Löwenzahn" genannt. Viel Spaß und Experimentierfreude hatten die Schülerinnen und Schüler dabei, mit Dr. Piehl als Anschauungsobjekt die richtige Putztechnik der eigenen Zähne mit Zahnseide zu üben.
"Wir hätten nie gedacht, dass Schule so viel Spaß machen kann", war die überwiegende Meinung der begeisterten Kinder. Kein Wunder, denn Dr. Piehl erklärte anhand von kindgerechten Bildern und einer kleinen "Kinoreise" ins Innere eines Zahnes, was es mit den drei Säulen des Zahnschutzes auf sich hat (Putzen, Ernährung, Versiegelung). Unterstützt wurde er hierbei nicht nur von seinen Azubis, sondern auch von seinen "virtuellen Leinwand-Assistenten" Karius und Baktus. So wurden auf unterhaltsame Weise Fragen wie "Wie sieht ein Zahn von innen aus?", "Wie lang ist eine Zahnwurzel?", "Wie viele Süßigkeiten darf ich essen?", "Was macht den Zahn kaputt?", "Warum muss ich jeden Tag meine Zähne putzen?" spielerisch und verständlich beantwortet.
Dr. Piehl: "Es macht wirklich eine Menge Spaß in die vielen begeisterten kleinen Gesichter zu schauen. Ein Lob auch an die Lehrerinnen, die mit den Kindern immer interessante Fragen ausarbeiten. Wir freuen uns schon auf den nächsten Besuch!" Neben bisher sechs angemeldeten Schulklassen kommen auch Kindergartenkinder in die Praxis Dr. Piehl und für alle Kinder gibt es zum Abschluss - und als Andenken - ein kleines Geschenk der Praxis.